Explosive Bilder: Das Silvester-Feuerwerk fotografieren

Wer schon einmal spontan an Silvester den Nachthimmel voller Raketen fotografiert hat, war sicherlich enttäuscht: Handyaufnahmen oder Schnappschüsse im Automatikmodus der Spiegelreflexkamera landen direkt wieder im digitalen Papierkorb. Solche Bilder wie unser Artikelbild benötigen mehr Vorbereitung. Mit unserer Anleitung gelingt zum Jahreswechsel das perfekte Foto.

Vorbereitung ist alles: Das richtige Equipment, der richtige Standort

Wer gern fotografiert, hat es wahrscheinlich schon: Ein stabiles Stativ ist das A und O einer Feuerwerksaufnahme. Bei so langen Belichtungszeiten hilft selbst die ruhigste Hand nicht mehr. Als Objektiv eignet sich eines mit einer Brennweite von beispielsweise 18-55mm. Damit das Stativ nicht schon beim Drücken des Auslösers wackelt, lohnt sich ein Fernauslöser.

Schon ein bis zwei Tage vor dem Feuerwerk sollte man sich zudem einen geeigneten Standort ausgucken. Es sollten keine Menschengruppen in unmittelbarer Nähe stehen, die eigene kleine Feuerwerke zünden. Wenn spontan Leute vor die Linse springen oder gegen das Stativ rempeln, ist das Bild ruiniert.

Und der Blick sollte frei auf das große Feuerwerk sein – beispielsweise an der Elbe in Hamburg oder am Brandenburger Tor in Berlin. Schön ist es, wenn Bauwerke mit Wiedererkennungswert mit im Bild sind.

Gleich geht’s los: Die Einstellungen

In ein paar Minuten geht das Feuerwerk los? Dann sollten nun im manuellen Modus der Kamera die Grundeinstellungen vorgenommen werden.

  • ISO-Wert: Er beschreibt die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors. Um ein „Rauschen“ des Bildes zu vermeiden, sollte der ISO-Wert möglichst niedrig sein. Damit verlängert sich zwar die Belichtungszeit, die brauchen wir aber für Feuerwerksfotografien sowieso.
  • Blende: Damit die Schärfentiefe möglichst groß ist und wir das ganze Feuerwerk scharf bekommen, sollte die Blende eher geschlossen sein. Ein Blendenwert von etwa f11.00 bis f16.00 ist empfehlenswert. Hier gilt: Ausprobieren und von Feuerwerk zu Feuerwerk den perfekten Blendenwert finden!
  • Verschlusszeit: Anstatt eine feste Verschlusszeit einzustellen, wählen wir in den Einstellungen „Bulb“. Das heißt: Die Kamera belichtet so lange, wie wir den Auslöser drücken. Mehr dazu im nächsten Schritt.
  • Fokus: Besse keinen Autofokus nutzen, lieber manuell fokussieren! Vorab sollte bereits der Bereich, in dem das Feuerwerk stattfinden wird, scharf gestellt werden. Wird dieses beispielsweise über einer Brücke zu sehen sein, kann man die Schärfe vorab an der Brücke einstellen. Durch den großen Schärfentiefe-Bereich sind dann auch die Bereiche vor und hinter der Brücke scharf.

Ahhh und Ohhh – es geht los: So entsteht das Feuerwerksbild

Der Bildausschnitt stimmt, die Einstellungen auch – nun kann es losgehen! Die ersten Raketen steigen in den Himmel. Nun gilt es, im Bulb-Modus ein Gefühl für die Belichtungszeit zu entwickeln. Wenn zu lange belichtet wird, während viele Explosionen in der Luft sind, überstrahlt das Bild. Wenn zu kurz belichtet wird, wird die Schönheit des Feuerwerks nicht eingefangen. Soll heißen: Je pompöser die Feuerwerke, desto kürzer die Belichtungszeiten. Manchmal reichen drei Sekunden, manchmal sollten es lieber 20 sein. Hier lohnt es sich, rumzuprobieren und auf das eigene Auge zu vertrauen. Werden gerade wenige Raketen gen Himmel geschickt? Dann kann länger belichtet werden. Leuchtet der Himmel in allen Farben? Dann reicht es, kürzer zu belichten.

Wir geben es zu: Wer solche Bilder machen will, kann nicht mit der/dem Liebsten im Arm in den Himmel blicken und bei einem Glas Sekt auf das neue Jahr anstoßen. Doch Foto-Fans wie wir sehen das ganz pragmatisch: Das Glas Sekt lässt sich jederzeit nachholen – das perfekte Foto vom großen Silvesterfeuerwerk ist nur einmal im Jahr möglich!

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