Fotografieren wie die Profis: unscharfer Hintergrund

Tiefenschärfe mit Apfel abgebildet

Der Vordergrund gestochen scharf, der Hintergrund schön unscharf – dieses Ziel haben viele Hobbyfotografen. Ob in der Food-, Portrait-, Produkt- oder Naturfotografie, der unscharfe Hintergrund lenkt die Aufmerksamkeit sofort auf das scharfe Motiv und das Bild sieht deutlich professioneller und schöner aus. Wir erklären in diesem Artikel, wie man diesen Effekt mit einer digitalen Spiegelreflexkamera (DSLR) erreichen kann.

It’s all about the Schärfentiefe

Das Geheimnis lautet: Schärfentiefe! Viele sagen auch Tiefenschärfe. Schärfentiefe, Tiefenschärfe, wie auch immer man es nennt, es geht dabei um den Bereich, den der Fotograf / die Kamera scharf stellt. Bei einer großen Schärfentiefe ist ein großer Bildbereich scharf. Bei einer geringen Schärfentiefe nur ein kleiner Bereich, beispielsweise nur der Vordergrund oder nur der Hintergrund. Diese geringe Schärfentiefe sorgt also für den gewünschten Effekt des unscharfen Hintergrunds.

Die Schärfentiefe lässt sich im Wesentlichen durch folgende Faktoren beeinflussen: Blende, Abstand zum Objekt und Brennweite.

1.: Die Blende

Einer der wichtigsten Faktoren ist die Blende. Diese bestimmt, wie viel Licht auf den Kamerasensor fällt. Die Blendenzahlen sind dabei etwas verwirrend: Je weiter die Blende geöffnet ist, also je mehr Licht durchkommt, desto niedriger ist die Blendenzahl. Bei einer weit geschlossenen Blende, die nur ganz wenig Licht durchlässt, ist die Blendenzahl hoch.

Für eine geringe Schärfentiefe gilt: Je weiter die Blende offen ist, desto besser! Das Ziel sollte also immer eine weit geöffnete Blende sein.

Für die manuelle Einstellung der Blende sollte man vom Automatik- in den Blendenvorwahl-Modus der Kamera wechseln (A bzw. AV). Hier lässt sich die Blende manuell regeln, Belichtungszeit und ISO-Wert passen sich automatisch an. Die Blendenzahl wählt man normalerweise über einen kleinen Drehregler. Bei meiner Canon befindet er sich direkt neben dem Auslöser.

2.: Der Abstand zum Objekt

Je näher die Kamera am Motiv ist, desto geringer ist die Schärfentiefe, und desto größer ist die gewünschte Unschärfe im Hintergrund. Deshalb haben Naturfotografien ohne Vordergrund, beispielsweise ein Bergpanorama oder ein Blick über die Stadt, oft eine sehr große Schärfentiefe, d.h. das gesamte Bild ist scharf. Denn hier ist der Abstand von der Kamera zum Objekt extrem groß. Hilfreich ist es auch, wenn Vorder- und Hintergrund möglichst weit voneinander entfernt sind.

3.: Die Brennweite

Brennweite, was war das noch gleich? Wer an ein Objekt ranzoomt, vergrößert die Brennweite. Je größer die Brennweite, desto enger wird der Bildwinkel, der Bildausschnitt und der Vergrößerungsfaktor. Und: Je größer die Brennweite, desto geringer die Schärfentiefe. Anders gesagt: Wer einen unscharfen Hintergrund will, sollte immer möglichst nah an ein Objekt heranzoomen und so die maximale Brennweite aus seinem Objektiv herausholen. Lieber maximal zoomen und dann etwas zurückgehen – so gelingt es eher, ein Objekt schön freizustellen.

Die Formel zum Glück

Wir fassen noch einmal zusammen, welche Punkte zu einem Bild mit einem scharfen Motiv und einem unscharfen Hintergrund führen:

  1. Offene Blende – kleine Blendenzahl
  2. Geringer Abstand der Kamera zum Motiv
  3. Motiv sollte möglichst großen Abstand zum Hintergrund haben
  4. Maximale Brennweite nutzen – den Zoom der Kamera voll ausnutzen

Mit dem A- bzw. AV-Modus der DSLR lassen sich bereits tolle Effekte kreieren. Und wer mehr will, kann in ein lichtstärkeres Objektiv investieren, bei dem die Blende noch weiter geöffnet werden kann. Und nun viel Spaß beim Ausprobieren!

Lesenswert:
http://www.digitaler-fotokurs.de/Tiefenschaerfe.html
Weitere Bilder zum Thema Tiefenunschärfe bei Flickr.

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