Foto-Wissen: Bewegungen einfrieren – so gelingt’s

Der Hund, der mit voller Geschwindigkeit angelaufen kommt, der Sportwettkampf der Kinder oder der Luftsprung auf dem Berggipfel – es gibt einige Gelegenheiten, bei denen wir uns wünschen, Bewegungen im richtigen Moment auf einem Foto einfrieren zu können. Das Smartphone kommt hier schnell an seine Grenzen, doch mit einer guten Kamera ist das gar nicht so schwierig.

Das Geheimnis: die Belichtungszeit

Damit nichts verwischt und verwackelt, ist es entscheidend, dass die Belichtungszeit sehr kurz ist. Klar – denn die Bewegung läuft weiter, wenn die Belichtung zu lang ist, verschwimmt der gewünschte Moment schon mit dem nächsten. Also: Raus aus dem Vollautomatik-Modus! Denn hier haben Sie keinen Einfluss auf die Belichtungszeit. Am besten ist es, wenn Blende, Fokus und ISO sich automatisch an ihre manuell gewählte Belichtungszeit anpassen. Um Bewegungen einzufrieren, wählen Sie einen Wert von 1/250 s bis 1/1000 s, oder sogar kürzer.

Dynamische Bewegung der Haare eingefroren
Auch wehende oder zurückgeworfene Haare lassen sich wunderbar „einfrieren“

Die Sache mit dem Licht

Ganz easy – oder? Fast. Denn kurze Belichtungszeiten haben den Nachteil, dass sie eben schnell zu dunkel werden. Klar, denn kommt, wie der Name schon sagt, nur ganz kurz Licht durch das Objektiv. Normalerweise wird bei einer automatischen Blende die Blendenzahl reduziert, sodass die Blende maximal offen ist. Bei hochwertigen Objektiven klappt das auch sehr gut, bei preiswerteren, nicht so lichtstarken Objektiven ist die Blendenzahl manchmal zu hoch und die Bilder werden zu dunkel. Mit einem hohen ISO-Wert kann ebenfalls die kurze Belichtungszeit ausgeglichen werden, deshalb ist hier die ISO-Automatik sinnvoll.

Entscheidend fürs Gelingen

Ob das Einfrieren klappt oder nicht, hängt von einigen Faktoren ab: der Schnelligkeit der Bewegung, der Bewegungsrichtung, der Entfernung des Objektes und den Lichtverhältnissen. Die größten Erfolgschancen haben folgende Eckpunkte: Ein Objekt bewegt sich mit moderater Geschwindigkeit auf die Kamera zu, ist noch nicht sehr nah und all das spielt sich bei hellem Tageslicht ab. Besonders schwierig wird es, wenn sich ein sehr schnelles Objekt sehr nah an der Kamera vorbei bewegt und die Lichtverhältnisse schummrig sind. Einsteiger üben also am besten bei Tageslicht – in dunkleren Umgebungen scheitern selbst Vollprofis oftmals. Als Anhaltspunkt für die Belichtungszeit können Sie sich an folgenden Werten orientieren, um Bewegungen einfrieren zu lassen:

  • Fließendes Wasser, Hunde: 1/1000 s
  • Radfahrer, spielende/rennende Kinder: 1/500 s oder kürzer
  • Spaziergänger: 1/250 s
Sprung ins Wasser mit aufspritzendem Wasser eingefangen
Ob das gut gegangen ist? Ein besonders kunstvoller Sprung ins Wasser

Weitere Freeze-Tipps

Und damit auch wirklich ein Erfolgserlebnis dabei ist: Verwenden Sie die Serienbildfunktion! So schießen Sie viele Fotos hintereinander und haben eine höhere Chance, dass zumindest ein gelungenes dabei ist. Nicht vergessen, hinterher die anderen zu löschen, damit die Speicherkarte nicht sofort voll ist. Wenn Sie im RAW-Format fotografieren, schafft die Kamera übrigens nicht so viele Bilder pro Sekunde, wie im komprimierten JPG-Format. Entscheiden Sie selbst, ob Ihnen ein gutes JPG-Bild vielleicht reicht. Dann haben Sie im Nachhein zwar weniger Bearbeitungs-Möglichkeiten, aber eventuell eine höhere Chance, ein gelungenes Bild zu schießen.

Mann beim Sprung und Blick in die Ferne eingefroren
Lassen Sie ihrer Kreativität freien Lauf…

 

Wir wünschen viel Erfolg und viel Spaß beim Fotografieren!

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