Effektvolle Fotos durch Langzeitbelichtung

Lightpainting mit einer Taschenlampe

Fotos mit langen Belichtungszeiten beeindrucken den Betrachter, denn sie stellen die Realität anders dar, als das menschliche Auge sie erfasst. Mit ein paar Tipps und der passenden Ausrüstung gelingen Ihnen Bilder samtweicher Wasseroberflächen, kreisender Sterne oder Gemälde mit Licht.

Die passenden Kamera-Einstellungen und das richtige Zubehör

Bevor Sie sich in die Nacht begeben, machen Sie sich mit den wichtigsten Kamera-Einstellungen vertraut. Schalten Sie eine Belichtungsautomatik ab, wählen Sie Zeit und Blende manuell. An einer Digitalkamera stellen Sie den ISO-Wert möglichst niedrig ein, denn hohe ISO-Werte verursachen besonders in dunklen Flächen störendes Bildrauschen. Wählen Sie eine mittlere Blendenöffnung – viele Fotografen schwören auf die Regel „bei Nacht Blende acht„. Mit der Belichtungszeit müssen Sie ein wenig experimentieren, je nach Umgebungslicht und einzufangender Bewegung. Entweder stellen Sie die Zeiten manuell ein, oder Sie wählen die Einstellung B (bulb). Dann bleibt der Kameraverschluss so lange offen, wie Sie den Auslöser drücken. Schalten Sie die Rauschunterdrückung der Kamera ein. Die Kamera macht dann ein zweites Foto bei geschlossener Blende und vergleicht dieses mit Ihrer Aufnahme. Fehlerhafte Bildpunkte, die Hotpixel, werden automatisch herausgerechnet.

Lanzeitbelichtung an einem wilden Bachlauf
Durch die lange Belichtungszeit wirkt das fließende Wasser weichgezeichnet

Das wichtigste Zubehörteil für Langzeitbelichtungen ist ein solides Stativ. Besorgen Sie sich zudem einen Fernauslöser, entweder einen Drahtauslöser oder ein funkbasiertes System. Hauptsache, Sie müssen die Kamera nicht anfassen zum Auslösen – die Erschütterungen verursachen Unschärfen. Auch der Spiegelschlag einer Spiegelreflexkamera lässt das System zittern. Suchen Sie im Kameramenü nach der Spiegelvorauslösung, oder verwenden Sie LiveView über das Display auf der Kamerarückseite. Bei unbewegten Motiven leistet auch der Selbstauslöser gute Dienste. Mit einer Verzögerungszeit von zum Beispiel zehn Sekunden hilft er sowohl gegen Erschütterungen beim Auslösen als auch gegen Spiegelschlag. Wollen Sie lange Belichtungszeiten bei Tageslicht erreichen, blenden Sie nicht zu stark ab, das verschlechtert die optische Qualität. Kaufen Sie lieber einen Neutral-Density Graufilter.

Motive für Langzeitbelichtungen

Auch mit schmalem Geldbeutel lassen sich tolle Effekte durch Langzeitbelichtungen realisieren. Testen Sie den Unterschied zwischen einem eingefrorenen und einem fließenden Wasserfall, richten Sie die Kamera auf den Polarstern und erfassen Sie die Drehbewegung der Sterne. Lassen Sie Menschenmassen zu Geistern werden, Autos und Züge ihre Leuchtspuren hinterlassen, schreiben oder malen Sie Lightpaintings mit LED-Licht.

Lesenswert:

http://www.lichtkultur-fotografie.de/1719/langzeitbelichtung
Bilder zu Langzeitbelichtung bei Flickr: https://www.flickr.com/groups/longexposure/pool

 

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